Rösten auf Amerikanisch

März 9th, 2010 von Annika

Coffeeshop

bild via claydevoute

In unseren letzten Blogposts hatten wir erwähnt, dass unter anderem die Rösterei Torrefaktum aus Hamburg den Röstgrad Ihrer Kaffees auf Englisch auszeichnet. Besser gesagt, auf Amerikanisch. Denn, die Bezeichnungen für die verschiedenen Röstgrade und -farben unterscheiden sich tatsächlich von Land zu Land.

Damit Du Dich beim nächsten Kaffeekauf auskennst und weißt, ob Du nun einen dunkel oder eher hell gerösteten Kaffee in der Hand hältst, helfen wir Dir mit unserem Röst-Dictionary auf die Sprünge :

Deutschland

In Deutschland ist alles ganz simpel. Man kennt fünf Röstgrade, die schlicht die Farben der gerösteten Bohnen beschreiben: hell, mittelhell, mittel, mitteldunkel und dunkel. Logisch.

Nordmerika

Jetzt wirds kompliziert, die Amis legen fünf Bezeichnungen obendrauf. Hier gibt es:

1. Light Cinnamon: sehr helles Braun
2. Cinnamon: helles Braun
3. New England (light): nicht mehr ganz helles Braun
4. American (light): mittelhelles Braun
5. City Roast (medium): Mittelbraun
6. Full City (Wiener Röstung, Continental): mittleres Dunkelbraun, vereinzelt kleine glänzende Stellen auf der Oberfläche der Bohnen
7. Espresso (Light French): mäßiges Dunkelbraun, vermehrt Glanzstellen und feine Öltröpfchen
8. French (Espresso): Dunkelbraun, glänzende Bohnenoberfläche
9. Italian (Neapolitan, Spanish, Dark French, Heavy): stark Braun, ölig glänzend
10. Spanish (Dark French, Neapolitan): sehr stark bis schwarzbraun, nicht mehr ganz so glänzend, eher matt

In Amerika braucht man also ein scharfes Auge, um den Röstgrad bestimmen zu können – und am Röster selbst ein feines Händchen.

Bei der Farbbeschreibung eines aufgebrühten Kaffees aber sind die Amis nicht ganz so sensibel. Wir hatten schonmal darüber berichtet, über die Michael Jackson Coffee Scale. Witzig oder makaber? Wir finden’s geschmacklos, können uns ein Schmunzeln aber nicht verkneifen, sorry.

Anmerkung: Die Bezeichnungen der Röstgrade haben wir teilweise aus dem Buch “Handbuch Kaffeerösten zu Hause” von Klaus Fricke entnommen.

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Coffee-Geeks unter sich: Zu Besuch bei Arne vom Baristablog

März 8th, 2010 von Caro

Am vergangenen Wochenende war ich in Berlin. Und was macht man da als echter Coffee-Geek? Man trifft sich mit Gleichgesinnten, ist doch klar! Einer davon ist Arne Preuss vom Baristablog - für uns eine Art Mentor in Sachen Kaffeeverkostung. Da wir, wie schon oft erwähnt, eher die Espressotrinker sind, wollte ich mir bei Arne ein paar Tipps für die richtige Verkostung von Filterkaffees holen - immerhin war Arne mehrere Jahre lang bei einer Coffeeshop-Kette für genau dieses Thema zuständig. Und so trafen wir uns zu einer Art Kaffeekränzchen in seiner neuen Wohnung in Berlin und Arne schmiss die Mühle an!

Arnes neues Schmuckstück: Seine Mazzer.

Es traten ein Kaffee Sidamo und ein Kaffee aus Costa Rica gegeneinander an.


Die Zubereitung erfolgte in der French Press (wie das geht, erfährst Du hier):


Da Arne schon einige Kaffee-Podcasts auf seinem Blog vorgestellt hat, sollte unsere Kaffeeverkostung natürlich nicht ungehört bleiben. Kurzerhand bastelte Freund Mauri unter dem Hochbett eine doch recht improvisierte Sprecherkabine und stellte uns sein dafür sehr professionelles Mikrophon vor die Nase. Und schon ging´s los….

Arne und Mauri

Das fertige Podcast und die Ergebnisse unserer Kaffeeverkostung kriegt ihr in den nächsten Tagen zu hören. Ich habe es selbst noch nicht gehört und hoffe, dass ich mich dabei nicht allzu sehr blamiert habe.

Übrigens: Auch Arne hat über meinen Besuch bei ihm berichtet. Lesen kannst Du´s hier.
Update: Der erste Teil des Kaffee-Podcasts ist online! Zu hören gibt es ihn hier.

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Torrefaktum im Test: Teil II, die Kaffees

März 4th, 2010 von Annika

Filterkaffee Torrefaktum
Filterkaffee Torrefaktum
Heute nehmen wir uns die beiden Kaffees von Torrefaktum vor: Den “Bolivien” und den “Torrefaktum”, die es zur Zeit bei uns an Bord von BPCC gibt. Dafür habe ich extra meine nagelneue Bodum-French Press ausgepackt und feierlich eingeweiht.

Kaffee Torrefaktum

Wir öffnen zuerst den Beutel des Kaffee Torrefaktum, einer Arabica-Mischung aus Guatemala und Bolivien.

Bei Torrefaktum wird viel Wert auf Transparenz gelegt. Darum wird auch genau aufgedeckt, woher die jeweiligen Bohnen in den Kaffees kommen. Wir lesen:

Unser Kaffee aus Bolivien ist ein Criollo, EPW Altura, washed von der Cooperative Agropecuaria Integral Nor Este COAINE. Unser guatemaltekischer Kaffee stammt von der Kooperative FEDECOCAGUA. Die Kooperative in Guatemala kann bestehen, weil sie ihre Kaffees selbst vermarktet. Sie erzielt so Preise, die über denen des Fairen Handels liegen. Anders wäre der Kaffeehandel dort gar nicht möglich.

Zurück zum Kaffee: Wir öffnen den Beutel und sehen satt braune Bohnen. Torrefaktum spricht von “City Roast”, die Bohnen sind also Medium geröstet, bis zu einem mittelbraunen Ton.

Ich bin noch kein vollendeter Experte mit der French Press, das muss ich leider beschämt gestehen. Aber ich gebe mir viel Mühe, stelle die Mühle x-mal ein und um, versuche das Wasser genau bei 90 Grad über das Mehl zu kippen… Dann warte ich vier Minuten, bis ich den Stempel herunter drücke und das ist das Ergebnis:

Ich rieche:

Ein mild-rundes Aroma, keine Säure, sehr weich ist er mit einer feinen Nuance von Schoklade oder Nuss.

Ich schmecke:

Einen mittleren Körper, Nuss und nun eine dezente Säure – so, wie es bei einem Kaffee sein sollte. Edel ist er, ich trinke ihn am liebsten Pur. Zucker ist meiner Meinung nach nicht nötig, denn durch die Nussnote und den weichen Klang muss er nicht zusätzlich gesüsst werden. Lecker ist er auch als Milchkaffee zum gemütlichen Frühstück am Sonntag morgen.

Fazit:

Ein sehr gefälliger, homogener Kaffee. Schön bekömmlich und rund. Der Preis ist zudem unschlagbar. Torrefaktum hat den Kaffeepiraten einen Super-Sonderpreis gemacht und man bekommt 250 Gramm für 3,50 Euro bei uns an Bord.

Kaffee Bolivien

Bolivien Torrefaktum
Filterkaffee Torrefaktum

Der Kaffee Bolivien ist etwas besonderes, denn er ist ein Single Origin, wie der Name “Bolivien” schon vermuten lässt. Das heißt, er wurde nicht mit Bohnen aus anderen Ländern gemischt, alle Bohnen kommen aus einer einzigen Region, und zwar von der Kooperative Coaine um La Paz.

Über das Für und Wider der Single Origin Kaffees wird viel diskutiert. Denn einerseits sind sie eine Spezialität und die jweiligen Geschmacksnuancen der Bohnen eines bestimmten Herkunftslands, sogar einer Region, kommen hier natürlich am deutlichsten zur Geltung. Andererseits aber kann man eventuelle Unstimmigkeiten im Geschmack nicht so leicht kaschieren wie bei einem Blend, wo man einfach etwas mehr oder weniger einer anderen Bohne hinzugibt und schon ist das Geschmacksergebnis optimiert.

Auf die Röstung kommt es hier vor allem an, hier muss man sich Mühe geben, das meint auch Hans vom Kaffeeblog Maskal. Wollen wir mal sehen, wie Torrefaktum die bolivianischen Bohnen geröstet hat: Etwas dunkler sind sie als die Bohnen des Kaffees oben, wir sind also eine Röststufe weiter bei “Full City”, der Wiener Röstung.

Ich rieche:

Viel Natur, dabei denke ich eher an Gras als an Holz. Dazu eine dezente Säure.

Ich schmecke:

Viel Sonne und Süden! Dieser Kaffee hat einen vollen Körper und mehr Säure als der Kaffee Torrefaktum. Er ist fruchtig süß, darum nimmt man die Säure hier auch stärker wahr.

Fazit:

Ein belebender Kaffee, perfekt für den Kaffeeklatsch mit Freunden. Und ganz klar etwas für Freunde des fruchtigen Geschmacks. Auch hier ist der Preis wieder ein Sonderangebot für unsere Kaffeepiraten. 250 Gramm des Kaffee Bolivien gibt es für 3,50 Euro.

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Torrefaktum im Test: Teil I, der Espresso

März 3rd, 2010 von Annika

Espresso Torrefaktum
Bohnen Torrefaktum
Espresso Crema
Seit Montag schippern wir um Hamburg, die Rösterei Torrefaktum ist zu uns an Bord gekommen und erzählt uns spannende Geschichten aus ihrer kleinen, integrativen Rösterei. Im letzten Post hatten wir schon darüber berichtet, wie Torrefaktum erfolgreich Kaffeeexperten und körperlich und seelisch Behinderte in einem Team zusammen bringt.

Heute wollen wir den Espresso “Das kleine Verwöhn” testen. Der Name ist ein wenig verrückt, gerade für einen Piraten, wir sind gespannt ob er sein Versprechen halten kann. Die Verpackung jedenfalls gefällt uns schonmal sehr. Das Blau des Etiketts ist knallt schön positiv, die geschwungene Schrift ist energiegeladen. Genau so, wie wir das Team von Torrefaktum kennen gelernt haben.

Wir öffnen den Beutel und sehen mittelbraun geröstete Bohnen. Wir lesen, dass die Bohnen “Light French” geröstet wurden. Der Begriff kommt aus dem Amerikanischen, wo mit zehn verschiedenen Röstgradnamen gearbeitet wird. Sie reichen von “Light Cinammon”, das ist ein sehr helles Braun, bis hin zu “Spanish”, dann ist der Kaffee schon fast schwarz. Caro hat alle Bezeichnungen in einem pdf zum Download auf unserer Seite im Bereich Kaffeewissen zusammengefasst. Bohnen, die “Light French” geröstet wurden sind also mäßig Dunkelbraun, haben vermehrt Glanzstellen und ganz kleine Öltröpfchen auf der Bohnenoberfläche.

Man erkennt sehr gut die unterschiedliche Größe der Bohnen, sieht also, dass hier eine Mischung vorliegt. Das kleine Verwöhn besteht aus Arabicabohnen aus Bolivien, Guatemala und Sidamo. Das genaue Mischverhältnis ist ein Geheimnis von Torrefaktum.

Wir lassen einen ersten Espresso durch die Maschine laufen. Schön ergiebig läuft die Crema fein strukturiert in der Tasse zusammen. Sie ist hellbraun, nicht zu hell, relativ dünn aber fest und setzt sich am Rand schön dunkel ab.

Jetzt aber weiter zum Geruchs- und Geschmackstest:

Wir riechen:

Viel Sonne, Süden und einen Hauch Zigarre. Eine dezente Säure, die nicht unangenehm, sondern fruchtig ist.

Wir schmecken:

Eine schokoladige Note, die feine Säure setzt sich hier fort. Der Espresso hat nicht so viel Körper, dafür ein schönes Mundgefühl mit einem weichen, schnellen Abgang. Er verwöhnt den Gaumen, das kann man tatsächlich sagen!

Fazit:

Ein Espresso für Anfänger und auch Fortgeschrittene. Diejenigen, die es gerne kräftig haben, mögen bestimmt die rauchige Note. Die Freunde des milden Espressos werden die milde Säure und den schnellen Abgang schätzen. Ein Espresso für alle Fälle also, nicht zu aufdringlich, nicht zu kompliziert. Und dazu ist er noch sehr günstig: 250 Gramm bekommst Du für 4 Euro bei uns im Shop. Das ist übrigens ein Probierpreis, den es nur an Bord von BPCC gibt und nur bis zum 14.3.

Morgen testen wir die beiden Kaffees…

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Fair, fairer, Torrefaktum: Die Hamburger Rösterei stellt sich vor

März 1st, 2010 von Annika

Die Kaffeebeutel Torrefaktum
Das Cafe Torrefaktum
Roestraum Toper

Bilder via Polaris Design

Transparenz aller Arbeitsschritte, soziale Kooperation, soziale Integration im Team: Aus einer Initiative der Fortbildungsakademie der Wirtschaft Hamburg wurde die Idee der ersten integrativen Kaffeerösterei geboren.

Sie sollte nicht einfach eine weitere der unzähligen kleinen Kaffeeröstereien in Hamburg sein. Der Gedanke war, die Handelsbeziehungen zu Kaffeebauern so fair als möglich zu gestalten. Jeder Schritt vom Kaffeestrauch bis in den Röster, bis in die Kaffeetasse sollte transparent aufgedeckt werden und trotzdem sollte der Kaffee günstig verkauft werden können. Außerdem wollte man einen Arbeitsplatz zur Integration von Menschen mit Behinderung schaffen.

Eine ambitionierte Idee, zumal die Ideengeber bis dato mit der Kaffeebranche noch gar nicht in Berührung gekommen waren. Aber natürlich ist es in Hamburg nicht allzu schwer, Kaffeeexperten zu finden und so wuchs das Team schnell, das Konzept wurde konkreter und im September letzten Jahres dann eröffnete die Rösterei Torrefaktum in Hamburg Ottensen ihre Türen.

Die kleine Kaffeefamilie ist gut zusammen gewachsen, jeder hat seine besondere Kompetenz, trotzdem macht jeder irgendwie alles. Katja zum Beispiel steht nicht nur am Röster, sie kümmert sich auch um die Öffentlichkeitsarbeit und organisiert Veransaltungen wie Kaffeewanderungen durch die Speicherstadt und abendliche Lesungen im Gastraum der Rösterei. XX ist gehörlos und fand bei Torrefaktum einen Job als Küchenhilfe, inzwischen ist sie aber eine richtige Barista, steht regelmäßig hinter der Vibiemme und macht einen Cappuccino nach dem anderen.

Jedesmal, wenn ich bei Torrefaktum anrufe, geht ein anderes Teammitglied ans Telefon, jeder ist immer und ausnahmslos gut gelaunt. Immer sind sie in Eile, immer gibt es was zu tun. Ganz spontan wird auch mal ein Jam organisiert, bei dem mit Barista-Kollegen neueste Kaffeemischungen verkostet und Latte Art gezaubtert wird.

Je mehr ich von Torrefaktum mitbekomme, desto mehr habe ich Lust, mich gleich morgen in den Zug nach Hamburg zu setzen und einfach mit zu machen. Passau liegt leider nicht gerade um die Ecke, darum muss ich zunächst mit den Kaffees von Torrefaktum vorlieb nehmen. Ab heute gibt es sie bei uns an Bord. Ab morgen werden sie getestet.

Zunächst wollten wir aber Stephanie Wolf, Mark Buscke, Nikolaus Mouzis, Maren Rieck, Szanna Gilnick und Katja Nicklaus besser kennen lernen und fragten nach.
Das Torrefaktum-Team antwortete einstimmig:

Team Torrefaktum

Wie kamt Ihr darauf, eine eigene Rösterei zu gründen?

Die Torrefaktum Kaffeerösterei ist die erste und einzige integrative Kaffeerösterei in Hamburg. Die Idee zur Kaffeerösterei basiert auf dem Konzept, Menschen mit Behinderung einen beruflichen Einstieg zu ermöglichen, Kaffeewissen durch Experten zu vermitteln und qualitativ hochwertige Kaffees/Espressi zu produzieren. Partnerschafliches Handeln erstreckt sich bei Torrefaktum auf fair gehandeltem Kaffee und die Integration behinderter Menschen.

Wie ist die Stimmung in Hamburg? Gibt es eine richtige Röstergemeinschaft oder eher harte Konkurrenz?
Es gibt teilweise Kooperationen aber auch starke Konkurrenz. Wir sind zur Kooperation bereit.

Kaffee oder Espresso?
Immer beides.

Einer oder zehn?
Lieber ein qualitativ hochwertiger Kaffee als zehn schlechte, die Magenschmerzen bereiten und für den Gaumen nicht zu verkraften sind. Vom Guten aber gerne zehn.

Arabica oder Robusta?
Grundsätzlich ist der Robusta nicht zu verachten, wenn er sinnvoll in einem italian Blend eingesetzt wird. Es kommt jedoch auf die Mischung an. In Filterkaffee ist er ein no go. Warum feine Arabicaprovenienzen mit bitteren Aromen verdecken, wenn doch gerade bei hellen Filterröstungen gerade die feinen Fruchtsäuren betont werden?

Guter Kaffee oder gutes Gewissen?
Immer beides. Guter Kaffee und partnerschaftliches Handeln sind miteinander verbunden.

Die Kaffees Torrefaktum, Bolivien und den Espresso “Das kleine Verwöhn” gibt es in den nächsten zwei Wochen an Bord der Black Pirate Coffee Crew.

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Verkostung Teil II: Die 220 GRAD Kaffees im Test

Februar 22nd, 2010 von Annika

Heute geht es weiter mit unserer Kaffeeverkostung, denn gestern war unser Koffeinpensum überstrapaziert. Für die Leser, die erst jetzt dazu kommen: Wir testen gerade die drei Mischungen des Rösthauses 220 GRAD, die es noch in dieser Woche an Bord der Black Pirate Coffee Crew zu kaufen gibt. Mehr über das Rösthaus und die Besitzer Margret und Alois Macheiner könnt Ihr hier lesen.

Die Selektion Eins – Schönes Zusammenspiel der Kaffee-Kontinente

selektion eins

Die Selektion Eins besteht zu 100% aus Arabicabohnen aus dem mittelamerikanischen Hochland, Afrika und Indien. Diese Rezeptur von 220 GRAD ist der Hausespresso des Rösthauses und sollte unbedingt schwarz getrunken werden. Der Espresso besitzt einen niedrigen Koffeingehalt und ist sehr magenfreundlich.

WIR SEHEN: satt-braune, trockene Bohnen

Wir reißen die Packung auf und füllen die Bohnen in unsere Mühle. Wie schon der Espresso Bonga Forest sind auch diese Bohnen sehr gleichmäßig geröstet und erstaunlich trocken und hell. Etwas dunkler aber als der Bonga.

Schön konstant quillt der Espresso aus dem Siebträger und zaubert eine zimtfarbene, feine Crema mit schöner Struktur.

WIR RIECHEN: würzig, weiche Süße

Ein angenehm würzig-harmonisches Aroma. Die  dezente Schokoladennote gibt dem Geruch eine süße Note.

WIR SCHMECKEN: Beeren & Schokolade

Einen vollmundigen Kaffee mit feiner Säure, deutlicher Schokoladennote und dezenten Nussaromen. Ich habe auf Heidelbeeren getippt, Caro auf Brombeere. 220 GRAD spricht von Waldbeeren – das passt doch.

Kosten: Den Espresso gibt es im 500 Gramm Beutel für 12,30 Euro

Die Selektion zwei: für die “mit Milch”-Trinker

verpackung selektion zwei

Als Cappuccino-Hausrezeptur wurde diese Mischung von Alois und Margret entwickelt. 10% Robustabohnen aus Indien geben ihr einen kräftigen Körper, die Arabicabohnen aus Afrika und Mittelamerika liefern das harmonische Bukett – genau richtig in Kombination mit Milch.

WIR SEHEN: sinnigerweise cappuccinobraune Bohnen

Tatsächlich, die Bohnen sind cappuccinobraun geröstet, wieder sehr trocken. Darum müssen wir nun einmal über die Rösttechnik der Macheiners aufklären: Die Selektion Zwei wird nämlich auf 150 Grad angeröstet und dann in kleinen Schritten auf 180 Grad hochgeheizt. Nachdem die Bohnen zu knacken beginnen, wird die Energiezufuhr reduziert und die Bohnen rösten behutsam bei 200 Grad weiter.

WIR RIECHEN: Kraft und Fülle

Neben dem kräftigen Körper ist eine leichte Säure zu vernehmen.

WIR SCHMECKEN: Die Ausgewogenheit, die ein Cappuccino braucht

Als reinen Espresso sollte man diese Mischung nicht trinken, das wird uns sofort klar. Zu kräftig ist das Bouquet, zu säuerlich der Abgang und das Mundgefühlzu voll. In Kombination mit dem süßlichen Milchschaum aber kann sich die Aromenvielfalt ganz entfalten – das hätten wir nicht für möglich gehalten. Die Würze des Kaffees harmoniert mit der Süße der Milch. Genau richtig für einen Cappuccino am Morgen oder zum Kaffeeklatsch mit Freunden. Die Schokonote macht Lust auf einen süßen Keks!

Kosten: Die Selektion Zwei gibt es im 500 Gramm Beutel für 12,90 Euro.

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Erlebnis für alle Sinne: die 220 GRAD Kaffees im Test

Februar 21st, 2010 von Annika

220 grad kaffee

Die Kaffees vom Rösthaus 220 GRAD gibt es noch für eine Woche an Bord der Black Pirate Coffee Crew. Und darum wurde es für uns höchste Zeit, sie genauer unter die Lupe zu nehmen und ausführlich zu testen. Hatten wir schon erwähnt, dass der Espresso Bonga Forest unser Anlass dafür war, 220 GRAD unbedingt in einem Special vorstellen zu wollen? Darum fangen wir auch gleich mit ihm an (es ist der mittlere,  weiße Beutel im obigen Bild):

Wilde Natur und dunkle Beeren: Der Espresso Bonga Forest

Gutes Design bekommt bei mir per se einen Pluspunkt. Das Rösthaus 220 GRAD wurde 2008 für das beste Corporate Design Österreichs ausgezeichnet, und das sieht man bis ins kleinste Detail. Die weiße, wertige Papierhülle ist handbeschrieben. Darin steckt nicht nur ein silberner Ventilbeutel, sondern auch ein kleines Informationsblatt über Sorte, Varietät, Geschmack, ja sogar die Erntezeit und Anbauhöhe des Kaffees. Eine Fülle an Informationen, das ist die Kür!

verpackung 220 grad espresso

Der Bonga Forest kommt aus Äthiopien, dem Ursprungsland des Kaffees, genauer aus Kaffa, seiner wahren Geburtsstätte. Ein zu 100%  wildwachsender Regenwaldkaffee, der in Kooperativen von Kleinsbauern geerntet wird.

Wir öffnen den Ventilbeutel und

WIR SEHEN: helle, cremig-braune Bohnen

bohnen 220 grad espresso

Für einen Espresso sind das ungewöhnlich helle Bohnen. Sehr fein und gleichmäßig geröstet sind sie. Wir füllen sie in unsere Mühle und müssen zunächst ein bisschen herumschrauben und den Mahlgrad verändern. Denn im Vergleich zu unserem Espresso hoist the sails, sweety!” muss hier viel gröber gemahlen werden. Der Aufwand lohnt sich aber:

Aus dem Siebträger quillt der Espresso geradezu in einem gemächlichen, dicken, Strahl ganz wunderbar cremig heraus. Die Crema ist aufregend: der äußere, dunkelbraune Rand zieht sich bis hinein in die Mitte der Tasse in einem schönen Tigerfell.

crema 220 grad espresso

WIR RIECHEN: Kakao, Süssholz und dunkle Beeren

Das Aroma der Bohnen ist mild-würzig, mit deutlichen Nuancen von Kakao. Sehr angenehm, dennoch intensiv. Das Aroma des Espressos ist eine wahre Offenbarung an die Geruchsnerven. Ein Zusammenspiel von Natur pur, feinem Holz, dunklen Beeren und Schoklade. Großartig!

WIR SCHMECKEN: erdig-würzig-wilde Aromen

Einen wunderbar vollen Körper, ganz anders als man es bei den hellen Bohnen erwartet hätte. Ein mild-cremiges Mundgefügl mit dem richtigen Maß an würze. Und natürlich viel Natur! Gibt man ein wenig Vollrohrzucker dazu, entfaltet sich eine deutliche Beerennote. Gar nicht sauer, aber auch nicht zu herb, hinterlässt er einen runden Nachgeschmack. An einen Schluck Wasser zum Nachspülen ist nicht zu denken. Dafür war der Geschmack zu gut.

Kosten: 250 Gramm gibt es bei uns an Bord für 8,90 Euro.

Fazit: Der Bonga Forest ist sein Geld wert, das wurde bestimmt deutlich. Und: er ist nicht der Espresso für jeden Tag. Toll können wir ihn uns zum Verkosten vorstellen…nach einem feinen Essen wenn man Besuch hat, der gerne gut isst und trinkt. Denn der Espresso ist ein Erlebnis für die Sinne: zum Ansehen, Riechen und natürlich im Geschmack!

P.S. Übrigens trifft die Geschmacksbeschreibung in der Packung voll zu. Hier wurde nicht versucht, etwas aus einem Espresso herauszuholen, was er nicht hergibt.

Morgen testen wir die Selektion eins und zwei…

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Piratenkaffee auf der Biofach in Nürnberg

Februar 19th, 2010 von Caro

Die weltweit größte Messe für biologische Lebensmittel, Kosmetik und Bekleidung ist die Biofach in Nürnberg. Gääääähn, denken sich jetzt vielleicht schon einige von Euch. Ihr währt erstaunt, was man dort alles so zu sehen kriegt. Einige Impressionen wollen wir Euch nicht vorenthalten.

Ob der “Zaubertrunk” wirklich schmeckt und welche Wirkung er wohl entfalten mag? Erfahrungsberichte gerne an uns…und wer ist überhaupt Äxel?

Pascucci war am Start mit einer mobilen Bar und zwei agilen Baristi ….der Espresso war stark, wurde aber leider viel zu heiß serviert. Ach so, Pascucci präsentierte natürlich auch Pads. Was an denen allerdings bio sein soll, das fragt man sich schon beim Anblick der Verpackung.

Langen Kaffee Langen Kaffee Biofach

Am Stand von Langen Kaffee unterhielten wir uns ein wenig mit Inhaber Klaus Langen (Präsident der Deutschen Röstergilde) darüber, was man von den Bio-Kaffees von Tchibo, Darboven & Co. halten soll - dazu in einem der folgenden Blogposts definitiv mehr. Was Langen im Allgemeinen von den Röstmethoden der großen Röster hält, könnt ihr hier in einem Interview lesen, das er auf der Biofach gab.

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Hier geht’s ums Ganze: Die Macheiners vom Rösthaus 220 GRAD antworten

Februar 15th, 2010 von Annika


Letzten Sommer, da war die Black Pirate Coffee Crew noch gar nicht online, planten Caro und ich einen Ausflug nach Salzburg. Auf der Suche nach tollen Röstereien waren wir ständig unterwegs, Österreich hatten wir noch gar nicht unter die Lupe genommen. Bei qype wurde uns das Rösthaus 220 GRAD empfohlen. Ohne weitere Recherche gingen wir spontan hin: Und wurden von Location, Design, und dem besten Espresso seit langem überrascht. Damit war uns klar: Das 220 GRAD müssen wir an Bord holen!

Für den Kaffee gab Alois Macheiner vor wenigen Jahren seine leitende Position in einem internationalen Food-Konzern auf um sich, gemeinsam mit seiner Frau, zwei Jahre lang voll und ganz der Bohne zu widmen. Gemeinsam reisten Alois und Margret um die Welt, besuchten Kaffeeplantagen, lasen Literatur, belegten Kurse…

Dabei heraus kam ein rundes Konzept: Ein Café mit kulturellen Veranstaltungen und dem eigenen Probatröster direkt im Gastraum. Für eine Familienrösterei steht dahinter zwar keine lange Tradition, dafür eine Fülle an Fachwissen, Leidenschaft und Hingabe. Wir wollen Dir Alois und Margret näher vorstellen:

Wie kamt Ihr dazu ein Cafe zu gründen und selbst Kaffee zu rösten?

Das war ein mehrstufiger Entwicklungsprozess: Der Wunsch, gemeinsam etwas Eigenes zu schaffen, zu gestalten stand ganz klar im Vordergrund. Gemeinsam wollten wir etwas verwirklichen, heraus aus dem fremdbestimmten Arbeitsverhältnis hinein in die Selbständigkeit.  Alois ist Chemiker und kommt aus der Lebensmittelbranche, wir beide hatten eine große Leidenschaft für Kaffee…da kam das eine zum anderen…

Wofür steht der Name 220 Grad?

Der Name 220 GRAD steht für das Kaffeerösten und somit für das Herzstück von 220 GRAD. Die 220 GRAD sind nicht als fixe Rösttemperaturangabe zu verstehen, sondern sind –übergeordnet - Symbol für die Energie, Wärme und Leidenschaft, welche hinter dem Thema Kaffee, dem gesamten 220 GRAD Projekt, steht. Bei 220 GRAD geht es um das Ganze: um die gesamte Wertschöpfungskette von Anfang bis Ende. Die Reise des Kaffees beginnt am Kaffeestrauch und endet in der Tasse. Diesen umfassenden Prozess in seiner Ganzheitlichkeit zu überschauen bzw. aktiv mitzugestalten ist die prickelnde Herausforderung.

Kaffee oder Espresso?

Kaffee? Die Bezeichnung Kaffee bedeutet unserer Erfahrung nach für jeden etwas anderes – die Vorstellung von „Kaffee“ ist verbunden mit den individuellen Duft-, Geschmacks- und Gefühlvorstellungen jedes einzelnen. Wir verstehen unter Kaffee - Espresso: yes! Die Suche nach dem „richtigen“ / „vollendeten“ Espresso ist uns zur Lebensaufgabe geworden – jeden Tag aufs Neue eine prickelnde Herausforderung.

Arabica oder Robusta?

Zum sehr überwiegenden Teil Arabica. Die Aromenvielfalt eines Arabicas haben wir in einem Robusta noch nicht gefunden und den Koffeingehalt der Arabicabohne finden wir gerade angenehm wohltuend. Robusta vielleicht eher als Bestandteil einer verjüngenden Kaffeecreme ;-) – hier ist der höhere Koffeingehalt von Vorteil –  zur Straffung.

Bio oder Fair Trade?

Wir begrüßen beide Initiativen grundsätzlich sehr. Aus eigener Erfahrung müssen wir sagen, dass zertifizierter Biokaffee, den wir bisher gesehen haben, von minderer Qualität war und wir deshalb für unsere Röstungen nicht eingesetzt haben. In Guatemala z.B. haben wir aber Biokaffee angetroffen – zwar nicht als solcher zertifiziert, und das kam oft vor - der 1A war. Bei Kaffeebauern handelt es sich meist um sehr kleinstrukturierte Betriebe.

Allein schon aus Kostengründen setzen diese Bauern keine Spritzmittel ein. Wenn man darüber hinaus – bei Hochlandkaffee – die topografischen Verhältnisse bedenkt und die ausschließliche Handarbeit, dann wird es ganz deutlich, dass Spritzmittel möglichst vermieden werden. Die Bauern setzen auch immer öfter natürliche Schädlingsfallen ein. Viele Bauern lassen sich nicht biozertifizieren, obwohl sie überwiegend Biokaffee erzeugen – die Zertifizierung kostet. Zu Fair Trade: wir haben Fair Trade Kaffee im Hause. Wir sind aber grundsätzlich sehr kritisch und hinterfragen Organisationen jeglicher Art, weil jede Organisation hat nun mal ihr Innenleben und als Politologin schaut man da natürlich genauer hin.

Stammmarke oder Probierer? / Welchen Kaffee trinkt Ihr am liebsten?

Immer auf der Suche und am Probieren - aus Interesse … Selektion Eins von 220 GRAD schmeckt im Moment riesig.

Wir freuen uns, denn Margret und Alois haben sich unter die Piraten begeben: Die Selektion Eins sowie die Selektion Zwei und den Espresso Bonga Forest von 220 GRAD gibt es ab heute und nur für zwei Wochen bei uns im Club.

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Nie mehr schlechten Espresso trinken: Was macht die Kaffeekultur in Freiburg?

Februar 12th, 2010 von Caro

Wie manche von Euch vielleicht schon wissen, kommen Annika und ich ursprünglich aus Freiburg im Breisgau. Und es war auch genau in dieser schönen Stadt in der wir das Schlüsselerlebnis hatten, nach dem wir uns entschlossen die Black Pirate Coffee Crew zu gründen und dieses Blog zu schreiben: Im Sommer nämlich saßen wir dort in einem der unzähligen Straßencafés und tranken einen Espresso. Das Wetter war schön und unsere Laune gut - nur die Espressi sahen wässrig-trüb und traurig aus (und schmeckten auch so).

Als wir auf die Frage, welcher Kaffee uns denn gerade serviert worden war, vom Kellner nur ein verzweifeltes Achselzucken ernteten, wurde uns schnell klar: Hier muss sich etwas ändern! Schließlich waren wir als echte Badenserinnen mit einer ständigen Informationsflut über Wein aufgewachsen. Kaffee, bei dem es mindestens ebenso auf Herkunft, Anbau und Verarbeitung ankommt, wird dagegen immer noch vielerorts als Katze im Sack verkauft.


Dass sich in Bezug auf die Verbesserung der deutschen Kaffeekultur immer mehr tut, darüber haben wir hier schon oft berichtet. Dass auch in unserer Heimatstadt immer mehr Cafés tollen Kaffee ausschenken, das können wir nun in Kais Freiburger Mittagspausen Espresso Blog lesen. Ein toller Guide für alle Freiburger und Freiburg-Touristen, die auf der Suche nach einer guten Tasse Espresso & Co. sind. Wir hoffen, dass uns damit in Zukunft Kaffee-Katastrophen, wie wir sie vorletzen Sommer erlebt haben, erspart bleiben…

P.S. Kais Favorit ist übrigens das Sedan, das auch wir direkt ansteuern wenn wir mal in Freiburg sind. Sehr gemütlich und abseits vom Trubel der Innenstadt kann man dort einen sorgfältig zubereiteten, köstlichen Espresso von Passalacqua trinken.

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